Wann ins Eigenheim?

Mit dem Hausbau lassen sich junge Menschen heutzutage mehr Zeit als früher. Die Ursachen dafür sind vielfältig und erlauben den meisten keinen Hauskauf vor dem 35. Lebensjahr. Dass das Risiken hinsichtlich der Rente entstehen lässt, ist klar.

Denn die Abzahlung der Raten für das eigene Heim, sei es nun Eigentumswohnung oder Schwedenhaus, ist bei späterem Start bis zur Pensionierung kaum mehr zu schaffen. Doch einfach die Eigenkapitaleinlage zu erhöhen, ist einfacher gesagt als getan, wenn auch dafür das nötige Kleingeld fehlt. Werden die jungen Leute heutzutage auch später erwachsen?

Bequem im Hotel Mama

Viele junge Menschen leben heutzutage viel länger im Haus der Eltern. Zog man früher aus, wenn es zum Studium in eine andere Stadt ging oder das erste eigene Geld während der Ausbildung verdient wurde, kann sich das nun kaum noch jemand leisten. Das Mietniveau, insbesondere in beliebten Universitätsstädten, ist stark gestiegen und die eigene Wohnung für gering verdienende Auszubildende oder die Eltern der Studierenden finanziell außer Reichweite. Die günstige Variante bleibt das eigene Zimmer im Haus der Eltern.

Dazu kommt, dass die Familienstrukturen liberaler und weniger konservativ geworden sind. Im Haus der Eltern genießen junge Menschen inzwischen fast die gleichen Freiheiten, wie in den eigenen vier Wänden. Ob Freundin, Partys oder Haustiere, alles ist erlaubt und zusätzlich gibt's noch die Fürsorge von Mama. Warum also ausziehen?

Motivation: Familiengründung

Erst die Gründung einer eigenen Familie oder die Planung dazu, eine Heirat oder das Zerwürfnis mit dem elterlichen Hotelbetrieb bewegt dann dazu, endlich auszuziehen. Dabei bleibt zunächst häufig eine gemietete Wohnung oder ein Haus die erste Wahl. Häufige Ortswechsel durch berufsbedingte Umzüge erschweren die Wahl eines langfristigen Wohnorts und mangelnde Jobsicherheit durch Kurzzeitverträge lassen die potentiellen "Häuslebauer" vor langfristigen finanziellen Verpflichtungen zurückschrecken. Wenn das Einkommen stabil und sicher erscheint, die Rollenvergabe in der Familie geklärt ist und die Zahl der Kinder wächst - von denen die ersten vielleicht bereits in die Schule müssen - werden die Mietzahlungen zunehmend belastender und die Ortsbindung stärker. Dann beginnen die Meisten erst, die Hausbau Checkliste abzuarbeiten und sich zu überlegen, wie das Wie, Wann und Wo aussehen könnte.

Ab ins Eigenheim!

Das Alter der Häuslebauer dürfte, sollen alle oben genannten Kriterien erfüllt sein, bei mindestens 30 Jahren liegen, wenn nicht sogar weit darüber. Damit geht dieser Wert Hand in Hand, mit dem immer späteren Berufseinstieg in Form eines festen Jobs, der zum Beispiel durch zahlreiche Praktika herausgezögert wird, dem immer höheren Alter beim ersten Kind und dem späteren Auszug aus dem Haus der Eltern. Bemisst man das Erwachsenwerden an diesen Eckpunkten des Lebens, kann man oben genannte These getrost als bestätigt ansehen.